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Briefe unterm Apfelbaum – Zeugnis einer Zeitzeugin

Am 07.10.2014 konnten 70 Schüler des Schillergymnasiums vom Schicksal der 81-jährigen Nili Goren, die heute in Israel lebt und den Holocaust überlebte, erfahren. Bewegend und traurig legte sie Zeugnis von ihren Erlebnissen ab. Organisiert wurde das Zeitzeugenprojekt durch Frau Nikoleit (Institut Neue Impulse Potsdam) und Frau Koebernik.

Veränderungen, die das ganze Leben prägen

Als die Deutschen am 10.05.1940 die Niederlande überfielen, war Jacqueline van der Hoeden acht Jahre alt. Die jüdische Familie aus Utrecht spürte schon bald die Veränderungen: „Der Eingang ist für Hunde und Juden verboten.“, stand auf einem Schild zum Park. Der Vater erkannte schnell, dass sie untertauchen mussten. Die Kinder bekamen eine neue Identität und hatten wie Schauspieler ihre Rollen zu lernen. Danach tauchte die Familie getrennt voneinander unter und Lieneke, so Nili Gorens Deckname, musste mehrfach die Familien wechseln, da ihr Entdeckung und Verschleppung drohten.

„Diese Menschen waren unglaubliche Helden. Sie riskierten nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer Kinder. Dabei bewegt mich bis heute die Frage, ob ich das auch getan hätte.“, sagte Nili Goren. Und ihre ehrliche Antwort lautete: „Ich weiß es wirklich nicht.“

Aufgrund dieser stillen Helden konnte die Familie mit Ausnahme der Mutter den Holocaust überleben.

Briefchen für Lieneke

Lieneke erhielt über Kuriere einige Monate lang kleine Briefe ihres im Widerstand tätigen Vaters, welche ein Freund unter einem Apfelbaum vergrub, so dass sie die Zeit überdauerten. Seit 2009 sind diese unter dem Titel „Lienekes Hefte“ veröffentlicht. Mittlerweile ist auch ein Buch, „Das Mädchen mit den drei Namen“, erschienen.

Lisa Mahlow

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